Dipl. Ing. Architekt Thomas Ritter
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Fachwerksanierung Küsterhaus

Architekt Thomas Ritter - Planungsbüro

Eine unserer ersten Fachwerksanierungen. Das unmittelbar zur Kirche und den Burggraben angrenzende, aus dem 16 Jhdt. stammende Fachwerkhaus mit dem massiven Anbau verdankt seinen Namen der ehemaligen Nutzung als Küsterwohnung. Zum Zeitpunkt der ersten Kontakte im Jahr 1995 war das Haus jedoch weder bewohnbar noch anderweitig nutzbar. Zudem war das Ausmaß der tatsächlichen Schäden nicht bekannt und nur schwer kalkulierbar. Überlegungen in der Gemeinde reichten vom Erhalt des Gebäudes bis zu einem ersatzlosen Abriss. Auf Grund des bestehenden Denkmalschutzes und der Zugehörigkeit zur Freiheit der Burganlage war die Genehmigung für einen Abriss nicht unbedingt zu erwarten. Durch Förderung der unteren Denkmalbehörde im Zusammenwirken mit dem Landschaftsverband konnte für das Haus eine umfangreiche Dokumentation und Voruntersuchung durchgeführt werden, welche unter anderem neben einer dendrochronologischen Altersbestimmung der Hölzer die Entdeckung eines Kellergewölbes zum Ergebnis hatte. Durch das vom Deutschen Bergbau-Museum erstellte, verformungsgerechte Aufmass standen für die Planungen exakte Unterlagen zur Verfügung, durch welche eine ausreichende Planungs- und damit einhergehende Kostensicherheit gewonnen werden konnte. Bedingt durch die im Laufe der vorangegangenen Jahre unsachgemäß durchgeführten Reparaturen waren nur noch vereinzelte Originalausfachungen mit Eichenstaken, Flechtwerk und Lehmbewurf erhalten. Hier angrenzende Zerstörungen der Holzsubstand haben nur einen geringfügigen Erhalt dieser Ausfachungen ermöglichen können. Die Grundstruktur des Gebäudes sowie die im Rahmen der Bauforschung dokumentierten Bauspuren konnten jedoch sichtbar erhalten und in die Neukonstruktion der Geschossdecke und des Dachstuhles integriert werden. Die wetterbeanspruchte Westseite war nur noch in Fragmenten vorhanden, in Absprache mit der Denkmalbehörde wurde hier einer Kosten sparenden Neuverzimmerung zugestimmt. Die Neuausfachung erfolgte mit Leichtlehmziegel und einem Sumpfkalk Außenputz. Innenseitig wurde durch die Gemeindemitglieder in Eigenleistung eine Innenschale auch Holzleichtlehm erstellt, dessen Schale aus Schilfrohrmatten einen 2-lagigen Lehmputz mit anschließendem Kalkanstrich erhalten hat. Trotz derzeit stattfindender Umstrukturierungen und Zusammenlegungen der Gemeinden Blankenstein und Welper hat sich das Küsterhaus als Anlaufpunkt und Veranstaltungsort in der unmittelbaren Nähe zur Kirche etablieren können.

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