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Malakoffturm Prosper II
Architekt Thomas Ritter - Planungsbüro
Die Malakofftürme haben für den Denkmalbestand des Ruhrgebietes eine besondere Bedeutung. Bevor sich die Stahlkonstruktionen in der Schachtförderung durchsetzten, entstanden zu Beginn der Industrialisierung in Europa zahlreiche dieser gemauerten Schachtgebäude, von denen heute noch 14 im Ruhrrevier stehen. Erhöhte technische Anforderungen machten schon bald Umbauten notwendig, so dass einige Türme ein stählernes Fördergerüst erhielten. Der Malakoffturm über dem ehemaligen Schacht Prosper II in Bottrop ist heute das einzige Beispiel des Ruhrgebietes, bei dem Turm und eingezogenes Fördergerüst noch erhalten geblieben sind. Industriebauwerke sind zumeist Spezialkonstruktionen, die nicht immer leicht für eine neue Nutzung aufbereitet werden können. Sie sind zum Teil bis ins Detail auf einen bestimmten Arbeitsprozess hin konzipiert. Durch die Turmstruktur und das im Inneren eingezogenen Führungsgerüst standen für eine Nutzung nur jeweils kleine Grundrißflächen zur Verfügung. Neben der Einhaltung des zur Verfügung gestellten Kostenrahmens in Höhe von 1,25 Mio. ? war das oberste Ziel des Instandsetzungskonzeptes, die Ablesbarkeit der Gebrauchsspuren seiner 115-jährig währenden industriellen Nutzung zu erhalten. Hieraus resultierte die Entscheidung, entgegen eines früheren Haus in Haus Konzeptes alle vorhandenen Ebenen und Galerien zu erhalten und in das Nutzungskonzept mit einzubeziehen. Der nutzbare Bereich endet derzeit in einem Medienraum auf der ehemaligen Hängebank. Eine Verglasung schützt diesen Raum vor Kälte und den Einflüssen des immer noch in Betrieb befindlichen, unmittelbar angrenzenden Bergwerkes und ermöglicht gleichzeitig einen Blick auf die stählernen Einbauten und die Förderkonstruktion. Um den Turm von störenden Einbauten freizuhalten, wurde ein vom Baukörper abgerückter Sanitärtrakt errichtet. Zur Nutzung des Turmes mußten zunächst konstruktive Sicherungen durchgeführt werden. Insbesondere die extreme Schieflage des Turmes und die starken Schädigungen am Mauerwerk mußten statisch gelöst werden. Insgesamt 30 Stahlanker und Vernadelungen sichern die Stabilität des Turmes, über 12.000 Einzelsteine wurden in das marode Gefüge neu eingebaut. Die Gefahr eindringender Grubengase aus dem verfüllten Schacht mußte durch eine Gasdränage unter der eingebauten Bodenplatte gebannt werden. Brandschutztechnische Auflagen machten die Montage einer kombinierten Belüftungs- und Entrauchungsanlage notwendig. Derzeitige Planungen beinhalten die Installation einer Aussichtsplattform am Schachtgerüst unterhalb der Seilscheiben sowie eine Freikletterwand an den Turminnenseiten. Heute befindet sich der Malakoffturm im Eigentum der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur. Genutzt wird der Turm seit seiner Fertigstellung im Sommer 2004 als Veranstaltungsraum und Ort zur Vermittlung von Bergbau- und Migrationsgeschichte.

Deutsches Bergbau Museum und
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