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Sanierung des Turmes der ev. Kirche
Architekt Thomas Ritter - Planungsbüro
Die durchgeführten Sanierungsmaßnahmen am Turm der aus dem Anfang des 19. Jhdt. stammenden Kirche basieren auf den Ergebnissen einer im Frühjahr 2003 durch unser Büro erstellten Bestandsaufnahme mit Schadenskartierung und Kostenschätzung. Anlass der Voruntersuchung war die derzeit potentielle Gefährdung durch die augenscheinlich nicht mehr standsicheren Balkonbrüstungen und aus dem Turmbereich fallenden Mauerwerksabplatzungen. Auf Grund der finanziellen Situation der Landeskirche und den aktuell stattfindenden Umstrukturierungen der Kirchengemeinden sollte zunächst geprüft werden, mit welchem baulichen und finanziellen Aufwand ein Erhalt des Gebäudes möglich ist. Ergebnis der Untersuchungen waren allgemeine Schäden im Fugenbild und dem Mauerwerk der Ziegelfassade sowie insbesondere statische Überbeanspruchungen des Pfeilermauerwerks der Schallluken im Bereich des Glockenstuhls. Darüber hinaus waren tragende Holzstiele und Verstrebungen des Turmhelmes über zunächst nicht erkennbare Leckagen in den Wasserspeiern vollständig durch Pilzbefall zerstört. Die ermittelten Kosten für eine vollständige Fassadensanierung mit 2 Bauabschnitten in Höhe von insgesamt 442.000,00 ? waren für die Gemeinde nicht finanzierbar. Nach einer grundsätzlichen Entscheidung für den Fortbestand der Gemeinde und dem Sachzwang einer nur noch kurzfristig zu gewährleistenden Standsicherheit der Balkone und des Turmhelmes wurde an unser Büro die Aufgabe gestellt, die unbedingt notwendigen Maßnahmen auf die gefährdeten Bereiche des Turmes zu beschränken und mit einem gestrafften Sanierungskonzept den Kostenrahmen streng einzugrenzen. Nach unserer Vorgabe eines reduzierten Budgets in Höhe von 160.000,00 ? mit 'eingebauten Reserven' konnte nach Aufstellung der Finanzierung die vollständige Sanierung des Turmschaftes erfolgen. Trotz unvermeidbarer Überraschungen hinter dem Mauerwerk ist es in ständiger Kooperation mit den ausführenden Firmen gelungen, im Zeitraum Ende 2004 bis Mai 2005 die Sanierung zu realisieren und mit insgesamt 165.000,00 ? abzuschließen. Dieses konnte nur dadurch gelingen, ohne Zeitdruck in der Planungs- als auch in der Ausführungsphase den Sanierungsablauf optimieren und neuen Erkenntnissen auf der Baustelle flexibel anpassen zu können. Insgesamt mussten auf einer Fassadenfläche von ca. 200 m² über 2000 Einzelsteine ausgetauscht werden. Die Pfeiler des Mauerwerks im Bereich der Schallluken wurden konstruktiv Instand gesetzt und mittels Zuganker ausgesteift. Die neuen Holzbauteile wurden über geöffnete Schieferflächen des Turmhelmes von oben 'eingefädelt' und hinter der erhaltenen und überarbeiteten Kupferverkleidung eingebaut.

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